Allegrias Landhaus ein Leben ohne Garten und Brocanteschätze ist möglich - aber sinnlos (frei nach Loriot)

Sonntag, 22. Januar 2017

Mrs. Feelgood legt los


Wir schreiben Tag 6 der Entgiftungswoche, den vorletzten dieser unglaublichen Reihe. Irgendwo las ich von einem Energieschub, der einen an Tag 6 anspringen soll. Was meine Person betrifft, kann ich das bestätigen, Katharina Bachman!

Morgens um 5 Uhr war ich wach und ausgeschlafen. Um meinen Mann nicht zu stören, blieb ich liegen, bis es dämmerte und mir kamen 1000 Ideen, für die ein einziges Wochenende viel zu kurz ist.

Man muss wissen, normalerweise frühstücken wir im Bett und lesen dazu ausgiebig die Zeitung, wenn nichts an Terminen ansteht. Mein Mann richtet das Frühstück und verwöhnt mich damit. Zum Frühstück gibt es Frischkornmüsli, Kaffee und ein gekochtes Ei. Heute nicht für mich, denn ich habe Gemüse und Fleisch (bzw. für mich als Nichtfleischesser Fisch) auf dem Erlaubnis-Zettel. So früh mag ich noch kein Gemüse und löffele zum Kaffee nur meinen Chia-Pudding.

Gleich nach dem Aufstehen wird der Vorratsgefäßschrank entrümpelt. Alle uralten und nicht PBA-freien Plastikteile fliegen raus. Wozu habe ich Glasvorratsbehälter gekauft, Einmachgläser und Schraubdeckelgläser gehortet? Danach ist wieder Übersicht im Schrank, die graue Tonne fast voll und ich bin stolz auf mich. Das flog alles raus:
Der Chia-Pudding bringt mich bis zum Mittag, dann haue ich mir die Garnelen in die Pfanne, die ich gestern nicht geschafft habe. Allen SOS-Neulingen kann ich sagen, wenn ihr sonst keine Unmengen verdrückt, sind 2 mal 280 Gramm Fleisch oder Fisch an Tag 5 neben den 12 Tomaten echt richtig viel, das schafft man nicht. Umso schöner, das ich heute am Wochenende die Garnelen, in Kokosöl mit Knobi und Chilischote angebraten, gaaaanz in Ruhe genießen konnte. Ihr ahnt es, Tomatensalat von gestern war auch noch übrig.
Mahlzeit!
Gut gestärkt putze ich zunächst das Obergeschoß um mich dann dem Weiterstreichen (letztes WE begonnen) unseres Raumteilerregales zu widmen. Als ich endlich damit fertig bin, ist es schon fast wieder Zeit, das Abendessen vorzubereiten.
Es wird Lachsfilet (haha Martina, ich habe auch zunächst Lachfilet geschrieben, wir sind gut drauf, wir Detox-Schwestern ;-) ) mit Kräuterkruste auf Zucchini und (schon wieder) Tomaten geben, im Ofen gegart. Mein nicht entgiftender Mann bekommt noch ein Kartoffelgratin dazu, damit er auch satt wird. Immerhin war er joggen und schwimmen und hat Bärenhunger.
Nach dem Abwasch (übernimmt er) letzmalig Regalbretter streichen und diesen Post schreiben. Gleich geht es super zufrieden und glücklich aufs Sofa zum Relaxen, um danach dem letzten Entgiftungstag entgegen zu schlummern.

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Habt einen schönen Sonntag, wenn Ihr morgen früh diesen Post zu lesen bekommt :-)

Samstag, 21. Januar 2017

Ich bin so satt - ich mag kein Blatt ;-)

Irgendwie habe ich das gestern am Bananentag wohl übertrieben. 7 Bananen von immerhin 8 Erlaubten und den ganzen Liter Mandeldrink weggeschlürft. Als Strafe dann etwas unruhig geschlafen und morgens 100 Gramm mehr auf der Waage als am Tag zuvor. Was wissen wir alle? Richtig, wenn der Hunger weg ist, aufhören mit dem Essen. Das gilt auch für mich, das war nur so schmackofatzig gestern.

Heute schreiben wir schon Tag 5 der Entgiftungswoche, die unseren Stoffwechsel so richtig in Gang bringen soll. Auf dem Speiseplan stehen 2 mal max. 280 Gramm tierische Proteine, bei mir in Form von Fisch, jeweils begleitet von möglichst roh verzehrten Tomaten, maximal 12 an der Zahl. Wem das nicht reicht, der darf sich an der Gemüsesuppe von gestern auch heute weiter satt essen.

Morgens kurz nach 7 Uhr habe ich in der Küche gestanden und den Thunfisch gebraten, der mir zum Frühstück und Mittagessen neben den Tomaten, die ich am Vorabend als Salat zubereitet habe, dienen soll. Nie im Leben habe ich frühmorgens Fisch gebraten, eine echte Premiere. Wie so vieles in dieser aufregenden, besonderen und lustigen Woche, die unheimlich viel Gesprächsstoff in sich birgt. Das roch so lecker, das ich am Liebsten gleich aus der Pfanne genascht hätte. Ich habe mich beherrscht und Tomatensalat, Thunfisch und eine Portion Notsuppe in einer großen Tasche zur Firma gebuckelt.

Hier mein Frühstück mit Begleitlektüre:
Sorry für den schlichten Teller, im Büro gab es keinen Hübscheren. Wir sind schon froh, dort eine Küchenzeile zu haben, wenn man uns aus Sicherheitsgründen auch Herd und Backofen deaktiviert hat :-(

Was dort auf dem Teller zu sehen ist, sind knappe 130 Gramm Thunfisch plus Tomatensalat. Ich war rechtschaffen satt. Mittags habe ich mir, weil mir der Sinn noch nicht wieder nach dieser Kombi stand, meine Wundersuppe heiß gemacht (Mikrowelle, was will man machen). Beim Verzehr nett mit meiner Kollegin geplaudert über gesunde kaltgepresste Öle, sie achtet ebenfalls sehr auf gesunde Ernährung und aß gerade eine verführerische Zwiebeltarte, die man sicher auch SOS-konform erzeugen kann.
 Gleich starte ich das Abendessen mit dem zweiten Teil der Thunfisch-Tomatenportion. Die andere Hälfte in Form von gebratenen Garnelen plus Tomaten schaffe ich heute definitiv NICHT, die gibt es dann morgen. Ich bin so satt - ich mag kein Blatt. Wie die Ziege einst beim Tischlein deck Dich.

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Und auch dieser Beitrag erscheint erst morgen in der Früh, während ich, Wochenende sei dank, noch im Bett frühstücke. Mein Mann mit Frischkornmüsli und Ei, ich mit...??? muss ich mir noch überlegen. Wahrscheinlich nur schwarzer Kaffee und nach dem Aufstehen dann gebratene Garnelen, yummi!

Freitag, 20. Januar 2017

Der Tag der Bananenjunkies

Für diejenigen, die gerne Bananen essen, ist der Tag 4 in der Entgiftungswoche das Paradies! Bis zu 8 Bananen plus 3 Gläser Mandel-, Hafer- oder Quinoadrink. Daneben von der Gemüsesuppe soviel man mag.
Die Wundersuppe für heute habe ich gestern Abend vorgekocht. Selbst mein Mann befand sie als lecker, alle Achtung. Für ihn hätte natürlich noch mehr Salz hineingehört. Ein beliebtes Thema zwischen uns ;-)

Inhaltlich hatte ich mich für Grünkohl, Sellerie, Zwiebeln, Tomaten, grüne Paprika frische Kräuter und Möhren entschieden. Das war eine gute Wahl!

In leicht abgewandelter Form ist mir diese Gemüsesuppe vor vielen vielen Jahren bereits als Kohlsuppendiät begegnet. Mein erster Mann hat die damals über 2 Wochen lang gegessen, weil er seine nicht unerhebliche Kiepe verkleinern wollte. Aber wenn man sonst nichts am Lebensstil ändert, wirkt auch Wundersuppe keine Wunder. Ich konnte sie (die Suppe) am zweiten Tag (hatte versuchsweise mitgemacht) schon nicht mehr durch den Hals kriegen geschweige denn mochte ich sie riechen. Die ganze Bude roch nur noch nach Kohlsuppe. Deshalb war ich mehr als skeptisch, was den Einsatz dieser Suppe ab Tag 4 angeht. Ich habe mich überwunden und bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. 

Heute morgen wurde der ungesüßte Mandeldrink geöffnet. Ein Schluck pur - hmmm, durchaus lecker. 3/4 Liter ins Behältnis, 2 Bananen dazu und rein mit dem Pürierstab. Dieser Shake schmeckt göttlich, auch wieder mit einer Prise Zimt.
Einen halben Liter habe ich abgefüllt zur Arbeit mitgenommen, ebenso Wundersuppe und Bananen.
Ein Glas blieb noch als Goodie übrig für den Genuß neben der Morgenzeitung. Der schwarze Kaffee bekam einen Schuß Mandeldrink, das Ausflocken gefiel mir aber nicht, also morgen wieder schwarz.
Heute hätte ich echt Bäume ausreißen können und ich hatte extrem gute Laune!
Auf dem Weg zur Arbeit wurde die Musik lauter gedreht, obwohl das nichts zum Mitsingen ist.
In der Pause habe ich, wie an den Tagen davor, für den Folgetag eingekauft. Morgen soll es Fleisch und Tomaten geben. Da ich kein Fleisch esse (bzw. nur sehr selten) fiel die Wahl auf Thunfisch und Garnelen ersatzweise. Ist schon was für Gönner. Zusammen mit den Tomaten (12 dicke Strauchtomaten) war ich 33 Euronen los. Alles für die Gesundheit :-)
Eine weitere kleine Investition wurde in Form des passenden Kochbuches für die Zukunft getätigt.

Weitere 5 Bananen habe ich pur vertilgt, teils in Scheiben geschnitten mit etwas Zimt bestreut. Nummer 8 bleibt für meinen Mann, ich kapituliere. 
Ich bin mehr als satt und glaube, morgen ist das bisherige Abnehmergebnis vernichtet, hihi.

Hier geht es zu 

Auch dieser Post erscheint erst wieder morgen in aller Frühe, während ich mir gerade Thunfisch brate und ihn zu Tomatensalat (eben vorbereitet) als Frühstück serviere.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Die Nacht war kurz...


..denn ich habe bis spät in die Nacht hinein gelesen. Das Buch SOS Schlank ohne Sport, welches die Entgiftungswoche, die ich gerade mitmache, beschreibt, lag endlich im Briefkasten. Ganz habe ich es nicht geschafft. Besonders die einleitende Geschichte, wie Katharina Bachman und ihr Mann Norbert Bau dazu kamen, ihre Ernährung komplett umzustellen, ist nicht nur interessant, sondern auch recht amüsant. Chapeau für die Offenheit an beide!

Da mir das Buch bisher fehlte, hieß mein Coach Martina Görnemann. In Ihrem Blog Raumseele begleitet sie uns über die Tage, was ich super finde. Bei nicht lösbaren Fragen nimmt sie Rücksprache mit der Autorin.


Mein heutiger Tag 3 erlaubte mir Obst und Gemüse, soviel ich mag. Außer Bananen, Avocado und Kartoffeln. Bananentag ist morgen, ersatzweise auch mit hälftigen Avocado zu ersetzen. Ich bleibe bei den Bananen, die ich nun schon 3 Tage schmerzlich vermisse.

Der Tag 3 war recht easy, genug Vorräte hatte ich gebunkert. Besondere Foodfotos gibt es heute nicht.

Aber ich habe gestern ein bisschen herumprobiert. Martina hatte von Zimtwasser gesprochen, welches man vorbereiten könne bis zur Trinkfertigkeit. Zimt unterstützt ganz toll den Stoffwechsel, wusstet Ihr das? Mein Tipp: durch ein Teesieb ins Glas gießen, die Zimtstangen fransen aus.


Und noch ein Experiment habe ich gemacht. Einen Klacks Kokosöl in meinen furchtbar schwarzen Morgenkaffee gerührt. Nun muss ich zugeben, parallel hatte ich auch noch ein Prise Zimt in das Gebräu gestreut. Und es hat mir gar nicht geschmeckt, leicht bitter sogar auf meiner Zunge. Dazu noch die Fettaugen, die mich anguckten. Nein danke. Nun muss ich sagen, ich habe dem Kokosöl womöglich Unrecht getan. Als ich heute Abend das Zimtwasser probierte, hatte ich genau den leicht bitteren Geschmack wieder. Martina, ich habe das Zimtwasser weg gegossen. Und das, obwohl ich so viele Zimtstangen horte. :-(


Morgen also ein neuer Versuch mit dem Klacks Kokosöl im Kaffee.
Heute Abend habe ich wieder geschnibbelt, auf dem Herd köchelt die Wundersuppe, von der man ab Tag 4 soviel essen darf, wie man mag. Dazu schreibe ich dann morgen noch mal etwas, als Kohlsuppe ist mir die in meinem früheren Leben schon mal begegnet.

Wer die Story bisher nicht verfolgt hat, hier geht es lang:
Tag 1
Tag 2

Der Post erscheint erst morgen früh, dann nicht wundern über die Gegenwartsform im Text.
Mit Tag 4 geht es dann munter weiter.

Mittwoch, 18. Januar 2017

hellwacher Frühstart mit Ofenkartoffel

Am zweiten Tag der Entgiftungswoche (wie es dazu kam und den Bericht zu Tag 1 findet Ihr hier) bin ich morgens weit vorm Weckerklingeln wach geworden. Kaum zu glauben, ich war munter und absolut ausgeschlafen. An einen sich sehr früh einstellenden Energieschub mag ich nicht glauben, eher wird mich wohl die Motivation zum  Durchziehen dieser besonderen Woche geweckt haben.

An Tag 2 wird nur Gemüse verzehrt (außer Avocado) und zum Frühstück eine Kartoffel gegessen. 

Die Gunst der frühen Stunde habe ich genutzt, um den Backofen vorzuheizen. Die am Vorabend gekochten Pellkartoffeln (die Vorgabe war 1 große Kartoffel, hatte ich nicht und nahm deshalb 2 mittlere Exemplare) sahen nach Erwärmung im Ofen ihrem Verzehr entgegen. Ofenkartoffel zum Frühstück ist echt schräg. Nach einem reinen Obsttag freut man sich diebisch darauf kann ich Euch sagen. Etwas Kokosöl und eine Preis Salz dazu, voilà!
Danach war ich fürs Erste gut satt und konnte meinen Morgenkaffee (immer noch schwarz) genießen. 

Bepackt mit Chia-Glibber im Glas und einem mikrowellentauglichen Becher mit dem vorgebratenen Gemüse ging es dann ins  Büro. Die große Wasserkanne dort wurde nicht nur mit Wasser aus der Leitung sondern auch mit Scheibchen von Bio-Gurke und Ingwerschnipseln bestückt.
Den Rest der Gurke nebst einer Paprika habe ich bis mittags verzehrt.
Zum Mittagessen gab es mikrowellengewärmtes Gemüse. Ich schätze Mikrowellen überhaupt nicht, im Büro ist es leider die einzige Möglichkeit sich außer Getränken etwas Warmes zu machen. Wer genau hinsieht, entdeckt einige Champignons. Eigentlich wird empfohlen, Pilze wegen schwerer Verdaulichkeit auszulassen. Hatte ich allerdings erst gelesen, nachdem ich sie schon gekauft hatte. Von oben sieht das wenig aus, das täuscht aber gewaltig.
Als Nachtisch gab es Chia-Pudding, der von stichfester Substanz meilenweit entfernt war. Das hab ich noch nicht ganz raus, tapfer habe ich den wabbeligen Froschlaich weggelöffelt. Um danach pappsatt zu sein.

Abends gab es die zweite Hälfte des vorbereiteten Pfannengemüses plus 2 gebratener vorgekochter Selleriescheiben. Letztere wurden für den Folgetag gebunkert - Ich war herrlich satt.

Dann wieder Vorkochen bzw. Schnibbeln für den Folgetag. Ich habe einen Blumenkohl gekauft, sauschwer! Zuhause sieht es bei uns sowieso schon immer aus wie im Obst- und Gemüseladen, nun ist auch noch mein Arbeitsplatz vermehrt mit entsprechender Rohkost präpariert.

Für jemanden, der unter der Woche nie kocht, ist das echt ungewohnt, sich abends zum Kochen an den Herd zu stellen. Umso schöner ist die Freizeit danach :-)

Dienstag, 17. Januar 2017

Ich mach mich dann mal dünn!

Nachdem ich gerade 2 durchaus interessante Bücher zum Thema Detoxen mit je unterschiedlicher Herangehensweise gelesen hatte und  von beiden nicht komplett überzeugt war, las ich im Blog Raumseele von Martina Görnemann nun zum dritten Mal was zu dem Thema.

4,5 Kilos weg ohne Sport? hieß die Überschrift des Posts, der als Grundlage Martinas Erfahrungen mit dem Buch SOS- Schlank ohne Sport der Autorin Katharina Bachman (die im Beitrag auch zu Wort kommt) und der Durchführung der darin beschriebenen Entgiftungswoche beschreibt. Nebenbei hat Martina versucht, die Leserinnen zum Mitmachen bei einer solchen Entgiftungswoche zu ermuntern. Hui, da ging aber die Post ab in den Kommentaren!
"Ohne Sport ist das nichts" - Keiner hat gesagt, das Sport nicht erlaubt ist.
"Das ist nur Wasser, was man in dieser Woche abnimmt" - Mag sein, aber in der Entgiftungswoche kurbelt man den Stoffwechsel gewaltig an und es werden Gifte ausgeschwemmt. Danach geht es sinnvoll mit der Umstellung der Ernährung weiter.
Bitte macht Euch selbst ein Bild und studiert die beiden Verlinkungen.

Warum habe ich mich entschlossen, mitzumachen?
Es ist nur eine Woche, das kann man schaffen. Nichts wird versprochen, vieles ist möglich. Allerdings sollte der Zeitraum so gewählt werden, das nicht andere Verpflichtungen die Strategie unterlaufen oder unmöglich machen. Bei mir passte das gerade.

Ich erwarte keine Wunder auf der Waage, weil ich kein Übergewicht habe. BMI-mäßig liege ich im sogenannten Normalgewicht, welches allerdings nicht unbedingt mein Wohlfühlgewicht ist. Das liegt dort, wo ich Hosen in Größe 38 tragen konnte, jene liegen leider schon länger für dünnere Zeiten gebunkert im Schrank. In den Wechseljahren hat sich besonders der Bauch eine leichte Speckschutzschicht zugelegt, woran leider auch Sport nichts mehr zu rütteln vermochte. Dem habe ich seit einigen Monaten abends öfter Quark-Leinölspeise anstatt Brot entgegengesetzt, was bei den ersten Kilos und Bauchumfang sehr wohl Erfolg brachte aber bei 67 kg war dann Schluß. Weiter gings ums Verrecken nicht runter. Es folgten 2 Urlaube und die Waage pendelte bedrohlich in die andere Richtung, die Hosen kniffen wieder. Deshalb bin ich seit gestern dabei. Es ist sehr nett, täglich von der Erfahrungen der anderen Leserinnen auf Martinas Blog zu lesen und wir puschen uns so hoffentlich gemeinsam über diese besondere Woche hinweg.

Ich möchte jetzt nicht die komplette Methode erklären, googelt mal nach SOS Entgiftungswoche, es gibt auch eine Facebookgruppe dazu.

Montag war der Tag 1 der SOS-Entgiftungswoche.
Jeder Tag startet mit einem zimmerwarmen Glas stillen Wassers. Für mich kein Problem, das ist schon seit Jahren meine Gewohnheit. Über den Tag verteilt sind 2 Liter stilles Wasser oder auch Tee dazu Pflicht.
Die gute Nachricht, Kaffee ist erlaubt. Die schlechte Nachricht, schwarz muss er sein. Kein Zucker, keine Kuh. Normalerweise kriege ich Kaffee ohne Milch nicht durch den Hals aber als braves Mädchen habe ich das befolgt. Und ich werde dabei bleiben, bekanntlich stellen sich die Geschmacksknospen nach ca. 3 Wochen um. So habe ich den Zucker damals auch wegbekommen.

An Tag 1 darf man Obst essen, soviel man möchte. Außer Bananen leider, welche ich besonders mag. Nun ist Obst im Rohzustand bei frostigen winterlichen Temperaturen ganztägig nicht so prickelnd.
Mein Frühstück bestand aus einer großen Portion Heidelbeeren und einer halben Honigmelone. Zwischendurch gab es eine leider etwas harte Birne und 6 rote Pflaumen. Mittags die andere Hälfte der Honigmelone. Mehr ging davon auch nicht rein, obwohl ich noch eine in Reserve hatte. Nachmittags noch eine saftige Orange und dann hatte ich genug von dem kalten Zeugs. Ich freute mich auf mein Abendessen und hatte Hunger:
Schon mal gebratene Ananas gegessen? Wenn, dann sicher innerhalb einer asiatischen Essensthematik.  Leute, ich hatte Hunger und wollte etwas Warmes und Würziges! Gleich nach dem Heimkommen wurde die Ananas skelettiert und eine Hälfte in kleinere Stücke geschnippelt. Premiere beim Braten mit Bio-Kokosöl. Es hat die Qualitätsprobe bestanden, räucherte null in der Pfanne. Ananas ins erhitzte Kokosöl und schön geschmurgelt. Gewürzt mit Curry, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer und etwas Meersalz. Mehr als eine halbe Ananas wollte ich nicht, brauchte einen anderen Geschmack als Gegengewicht, Ich habe eine Portion Heidelbeeren in der Pfanne mit dem restlichen Kokosöl geschwenkt und erwärmt und dann endlich meine warme Mahlzeit genossen. Mjam, mjam. Ein guter Foodfotograf hätte die Fettspuren am Tellerrand beseitig und mit Stativ und ohne Blitz abgelichtet. Ging nicht, ich hatte schlicht Kohldampf.

Normalerweise komme ich auch ohne eine warme Mahlzeit über den Tag aber im Winter mit einem Obsttag nicht wirklich.

Danach ging es  mit den Vorbereitungen für Tag 2 weiter. Um nicht wieder nur kalte Küche tagsüber zu haben, mussten Vorbereitungen getroffen werden. Es sei verraten, an Tag 2 gibt es nur Gemüse und morgens eine Kartoffel. Jawohl.
Bis morgen früh, dann berichte ich von Tag 2  :-)

Sonntag, 15. Januar 2017

Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Wer der Schönheit alter Dinge nicht widerstehen kann, kommt auch an richtig alten Büchern nicht vorbei. Weniger, um in ihnen zu lesen, sondern um sie dekorativ zu arrangieren.
Diese wunderschönen Bücherrücken fand ich im Buch Räume mit Patina aus dem Gerstenberg Verlag, Autorin Barbara Stoeltie, Fotos von René Stoeltie.

Meine heutige Sunday-Inspiration für Euch.

Wenn Ihr mal wieder über einen Flohmarkt schlendert, filzt die Bücherkisten nach hübschen alten Büchern. Sie sind so dekorativ!


Dienstag, 10. Januar 2017

Wohnfarbwelten aus Great Britain

Vielen, die sich mit der farblichen Gestaltung ihrer Wohnräume befassen, dürfte der Name des renommierten Farbherstellers Farrow & Ball schon einmal über den Weg gelaufen sein. Wer sich mit der erschlagenden Vielfalt dieser wirklich hochwertigen Farben überfordert fühlt, möchte vielleicht Empfehlungen zur Auswahl oder Verwendung haben. Seit September 2016 gibt es aus dem Callwey-Verlag ein passendes Buch, nämlich
Stilvoll wohnen mit Farbe
von Joa Studholme / Charlotte Cosby
(das Cover-Foto wurde mir vom Callwey-Verlag zur Verfügung gestellt)

Im englischen Original heißt das Buch "How to decorate". Es beschäftigt sich ausschließlich mit den Farben des Herstellers Farrow & Ball und beim Nachschlagen habe ich festgestellt, das es etwas Ähnliches schon einmal für den deutschen Markt gab.
Da ich bei der Sanierung unseres WCs bereits Farbe des Herstellers an Wänden und auf Holz verwendet habe und mich nun mutig an die weiteren Wohnräume wagen möchte, kam mir die Unterstützung durch dieses Buch sehr gelegen.
(Foto Karen Heyer, etwas aufgehelltes Chapell Green an den Wänden und Teresas Green für den Waschtisch)

Die Unterteilung in 3 große Hauptkapitel "Die ersten Schritte", "Das Handbuch" und
"Der Leitfaden" ist schlüssig.

Auf Seite 9 der Einführung heißt es begleitet von einem passendem Foto, sattes Chinese Blue lässt antike Möbel  und Portraits in bestem Licht erscheinen. Ja, diesen Effekt können wir bestätigen, haben wir doch im Treppenflur eine Stirnseite in dem noch kräftigerem Stiffkey Blue gestrichen.
(Foto Karen Heyer, Wand Stiffkey Blue Modern Emulsion und Regal Borrowed Light mit silber verfeinert)

Die Bezeichnungen der Farben des Herstellers sind oft ungewöhnlich aber stets wohl überlegt. Schon mal von Elephants Breath oder Dead Salmon gehört? Meine Phantasie geht jedenfalls beim Lesen der Farbnamen auf die Reise.

Einleitend in "Die ersten Schritte" werden architektonische Merkmale eines Hauses von innen und außen skizziert und benannt. Da merkt man die Herkunft, schon sehr englisch. Kragsteine findet man hier heute wohl nur noch an schönen Altbauten.

Das, was innenarchitektonisch oft empfohlen wird, kommt hier auch zur Sprache. Stellen Sie vor der Umgestaltung Moodboards mit Farben, Stoffen und Fotos zusammen, wenn Sie finden, ja, das ist ganz Meins! Dann haben Sie zumindest schon mal eine Richtung, in die es gehen könnte. Manchmal entwickelt sich die Farbgestaltung aber auch aus einem einzelnen vorhandenen Detail heraus.

Kleine Räume sind wie hübsche Schmuckkästchen, prächtige Farben lassen sie aufleben. Diese Aussage lässt einen überlegen, ob die übliche Praxis, kleine Räume einfach nur möglichst hell zu gestalten, der richtige Weg ist. Außerdem solle man vor dem Neuanstrich den architektonischen Gegebenheiten eines Raumes Aufmerksamkeit schenken. Je nach Farbwahl lässt sich dann eine völlig unterschiedliche Wirkung erzielen. Zuviel Kontrast kann unruhig wirken und ein Zimmer verkleinern.

Was mache ich bei offenem, ineinander übergehenden Wohnraum, wie wir ihn haben? Auch darauf gibt es Antworten, die mit einer verwirrenden Vielfalt an Fotos unterlegt werden. Nach manchem Kapitel weiß man echt gar nicht mehr, was man schön finden soll.

Eine Möglichkeit, die mich überzeugt hat, ist, einen kleinen dunklen Eingangsflur nicht ganz hell zu streichen, sondern ihm stattdessen mit einer glamourös dunklen Farbe richtiges Gewicht zu verleihen und neben ihm alle Räume, in die man von dort aus gelangt, groß und hell erscheinen zu lassen.

Zu allen Grundfarbtönen werden Fotos der Nuancen in der praktischen Verwendung gezeigt. Und bevor Sie dann richtig loslegen, fertigen Sie bitte mit Hilfe von Probedöschen nicht zu klein geratene Musterstücke auf Papier oder Karton an (macht Spaß, habe ich gerade hinter mir) und kleben diese mit Malerkrepp an Wände und Möbel, um sie mehrere Tage bei verschiedenen Lichtverhältnissen auf sich wirken zu lassen. Auf diese Weise sind bei mir schon viele bisherige Favoriten aus der engeren Wahl für das jeweilige Projekt gefallen!

Wer hätte gedacht, das dunkle Töne gerade für lichtarme Räume als geeignet betrachtet werden! Sie lassen dort Grenzen verschwimmen und überspielen die Proportionen. Auch für offene Grundrisse wird der Einsatz empfohlen (merken für die eigene Planung).
Wie der Zufall es will, habe ich gerade einen großen Eimer des umwerfend schönen kohleartig anmutenden Down Pipe erstanden, mit dem allerdings vorrangig Holz behandelt werden soll. 

Bei den Neutraltönen bin ich nur mit der Farbkarte bewaffnet bisher etwas überfordert gewesen, hier gibt das Buch hilfreiche Einteilungen an die Hand.

Das Handbuch beginnt mit einer textlich verwirrenden Übersicht "Welches Weiss?". Zu jedem Farbton wird der passende Weißton genannt. So ist zu meinem geliebten Down Pipe Dimpse aufgeführt. Aha.  Ich werde für mich selbst beurteilen, ob das auch meine Wahl gewesen wäre oder ob ich andere Kombinationen vorziehe.

Rhythmus wird im Haus erzeugt mit Wiederholungen durch Verwendung der Wandfarbe eines Raumes für Holz oder Akzente eines anderen Raumes. 

Ganz praktisch auch der Tipp, nicht einfach ein strahlendes Deckenweiß zu verwenden, sondern 25% der Wandfarbe unterzumischen.

Persönlich interessierte mich dann noch das Kapitel über Außenräume. Draußen darf man ruhig kräftigere Farbtöne als drinnen wählen, weil die Lichtverhältnis ganz anders sind.

Fazit zum Buch:
Das dicke Buch ist hochwertig und üppig bebildert. Leider ist es eine einzige Lobpreisung der Farrow &Ball-Farben und insgesamt wirkt es wie ein teurer Glamourkatalog dieses Herstellers. Und es erschlägt mit seiner Fotovielfalt, gibt keine klare Linie an die Hand. Dennoch habe ich mir viele Tipps herausgeschrieben, die ich persönlich überzeugend fand. Ein schönes Coffeetable-Exemplar gibt es auf jeden Fall ab.

Schön wäre es gewesen, wenn dem Buch die hochwertige Farbkarte von Farrow & Ball beigelegen hätte, damit der Leser sich gleich besser orientieren kann. So rate ich jedem F&B-Neuling, sich auf jeden Fall die Farbkarte zu bestellen. Die gibt es kostenlos übers Internet. Ohne die Farbkarte bleibt der Leser nach einigen Seiten recht hilflos auf der Strecke und weiß vor lauter Farbvorschlägen schon gar nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.

Viele Inhalte des Buches zur Verwendung der einzelnen Farbsorten kann man auf Lieferantenhomepages nachlesen und sich einen ersten Eindruck verschaffen. Außerdem rate ich zu einem Besuch bei Pinterest und der dortigen Eingabe der Farbtöne. So bin ich persönlich auch zu Down Pipe und Stiffkey Blue gekommen. Mit der Farbkarte in der Hand hangeln Sie sich zu tollen Fotos ihrer "Lieblinge" und müssen nicht alle anderen Farbtöne mit durchackern.   :-)


Sonntag, 8. Januar 2017

Alles im Rahmen

Beim Fassmalkursus vor 3 1/2 Jahren war als Abfallprodukt ein leerer Bilderrahmen vom Sperrmüll von mir verschönert worden. Er stand mal hier mal dort angelehnt im Wohnzimmer herum und war ganz traurig, keine Funktion übernehmen zu können.

Bis mir bei einer Bloggerkollegin eine tolle Idee begegnete: Heike Ellrich von Schmiedegarten dekoriert übers Jahr einen leeren Bilderahmen mit Phantasie und Geschick öfter mal neu. Das war's, die Sache mit dem quer gebundenen Ast, das sprang mich an.


Ast, Ast, welchen nehme ich dafür? Ha, im Urlaub an der Mosel hatte ich knorrige Stücke von ehemaligen Weinstöcken gefunden und mitgenommen. Einer von den Dreien könnte lang genug sein und ist nebenbei auch noch etwas ganz Besonderes. Er sieht an einem Ende aus wie der Drache Fuchur.


Ein Rolle dekorativen Bindfaden geschnappt und fix den Fuchur gefesselt. Aber was kommt dran? Einmal um die eigene Achse drehen und den Blick schweifen lassen. Bingo! Unser beider Initialen aus altem Zinkblech.


Bohrmaschine aus der Garage geholt, Leiter geschnappt, Loch gebohrt, Dübel und Haken rein, die neue Deko aufgehängt und ausgerichtet und schon ist sie entstanden, meine neueste Sunday-Inspiration :-) dort verlinkt und beim Raumseelen-Sonntagsblatt
Okay, ich musste hinterher noch den Bohrstaub und das Gekrümele vom Rebknüppelaufbinden beseitigen.

Freitag, 6. Januar 2017

Geburtstag am Dreikönigstag

Mein lieber Mann hat heute Geburtstag. Die Geburtstagsblümchen fallen etwas bescheiden aus, dafür zieren sie den Zusatztisch, den wir morgen benötigen, weil Gäste kommen und ein Tisch nicht ausreichen würde. Mir ist nach Frühling mitten im frostigen Winter, deshalb mussten es Tulpen sein.
In der Esstischnische reicht der Platz nicht zur Erweiterung der Runde aus, leider. Deshalb wird dort, wo sonst 2 Sessel vor dem Kaminofen stehen und wir uns für gewöhnlich zum Lesen niederlassen, inklusive Teppich alles fortgeräumt und ersatzweise der Terrassentisch hereingetragen.
Da das gute Stück ganzjährig draußen steht, bedarf es vorm Hereintragen einer gründlichen Wäsche. Es drohte Frost zu kommen, ich habe das vor 3 Tagen abends mit Taschenlampe erledigt.  Bevor dann der Frost tatsächlich kam, hat es gegossen, was das Zeug hält und wir haben den Tisch vorgestern tropfnass hereingetragen. Bäh! Gut, das wir robuste Bodenfliesen haben.

Bei Licht betrachtet, sah das abgeschrubbte Möbel wirklich erbämlich aus. Ich könnte jetzt einfach per Tischläufer das Übel kaschieren, dadurch wird der Tisch aber für die kommende Terrassensaison auch nicht schöner. So sah er ursprünglich mal aus, die Beine sind noch unbehandelt, die Oberfläche ist in Mitleidenschaft gezogen durchs Wetter.
Also durfte er zunächst durchtrocknen um dann von mir einer frischen Einbalsamierung mit Möbelwachs unterzogen zu werden. 
Dem Improvisateur ist nichts zu schwör. In der Dose mit dem grauen Wachs war nicht mehr genug, also behende gemischt mit weiß.
Vorher:

Nachher:

bedeckt:


 

Herzlichen Glückwunsch mein Schatz!
Wir freuen uns auf eine schöne Feier am Samstag :-)

Verlinkt bei Holunderblütchens Fridayflowerday.




Samstag, 31. Dezember 2016

weißer Rauch steigt auf...

...wenn der Zeremonienmeister in der Scheunensauna der Grafttherme das Büschel weißen Salbeis entzündet. 

Wir haben uns zum Jahresausklang am Donnerstag einen 3-stündigen Saunaaufenthalt gegönnt. Diese Idee hatten außer uns allerdings auch noch unzählige andere Saunagänger, es war proppenvoll. Da es in der Grafttherme aber diverse teils auch große Saunen gibt, konnte man jeweils dorthin ausweichen, wo es nicht ganz so voll war. Die "Zeit der Ruhe" mit Klangschalenzeremonie wollten wir aber unbedingt mitmachen. Und so saßen wir dort alle quasi Backe an Backe in kuscheliger Enge. Klaustrophobisch veranlagt darf man nicht sein.

Das Foto der Scheunensauna ist sehr weitwinklig aufgenommen, es ist viel kuscheliger dort drinnen.
Foto Grafttherme

Der Saunameister macht noch einmal eine Ansage, das bitte nicht gesprochen wird und bittet uns, die Augen zu schließen. Dann entzündet er den weißen Salbei, legt ihn ins Räucherschälchen und geht damit umher. Energetische Reinigung von Geist und Körper soll das bewirken und ist an diesem Ort bei der Fülle echt angebracht. Danach schlägt er mehrmals sanft die Klangschale an, lässt die Schwingungen im Raum umherwandern. Als ich die Augen wieder öffne, ist der gute Saunageist entschwunden. Erstaunlich, wie weit man sich wegdenken kann trotz Enge.

Danach sind wir noch in die Hofsauna gegangen, ganz ohne Zeremonie. Auf dem Weg dorthin passiert man ein Solebecken. Das Becken ist nicht klein aber gestern war es dort so voll wie in einem Krötentümpel zur Paarungszeit. Ich habe da schon mal ganz allein drin herumgeplanscht.

Gönnt Euch doch auch einmal ein paar Stunden Entspannung in dieser dunklen Jahreszeit!
Und kommt mir bitte alle gut ins neue Jahr rüber, wir lesen uns 2017 wieder, ja?


Freitag, 30. Dezember 2016

Kreativität ersetzt fehlende Mittel

Heute habe ich mir quasi einen Gastautor eingeladen. Meinen Mann. Vor Kurzem noch ein absoluter Gegner von sozialen Medien hat er sich doch tatsächlich bei Facebook angemeldet, weil es dort eine Gruppe gibt, die sich mit seiner Heimatstadt in früheren Jahren beschäftigt. Dort werden herrliche Fotos aus früheren Zeiten gezeigt und oft wird gemeinsam geraten, wer abgebildet ist.

Mein Mann hat auch schon einige Fotos gescannt und mitgewirkt. Und weil ich das unten Gezeigte so Klasse finde, lasse ich ihn jetzt mal selber zu Wort kommen:
"Wir sind im Jahre 1979: Mein damaliger Kumpel aus unserer Straße (hieß auch Christian) und ich hatten uns in den Kopf gesetzt, ein Tandem zu bauen (es wurden sogar 2 Exemplare). Aber wie macht man das? Ohne Anleitung, aber mit Neugier und Erfindungsreichtum sind wir angefangen. Damals gab es noch den Straßensperrmüll und auf die alten ausgedienten Fahrräder hatten wir es abgesehen. Als wir dann 4 Rahmen zusammen hatten, sind wir in Papas Kellerwerkstatt ans Werk gegangen. Mit der Eisensäge haben wir zuerst das Steuerkopfrohr vom Hinterteil, dann vom Vorderteil die Hinterradaufhängung abgesägt und mit der Feile halbwegs passend gemacht (Flex hatten wir nicht). Aber wer schweißt uns das jetzt zusammen? Mein Vater konnte das, der war Klempner und hatte ein Autogenschweißgerät im Keller. Hat aber lange gebraucht, bis ich ihn soweit hatte. Die Rahmen haben wir plan auf 6 2df-Kalksandsteine gelegt und dann ging`s los. Alles an den Rädern ist vom Schrott bzw. Sperrmüll. Beim Feintuning hat uns Artur geholfen, denn schließlich musste ja noch das hintere Ritzel für den Kettenantrieb von vorne ausgedreht werden. Auch den hinteren Lenker hat uns Artur angeschweißt. Wir hatten riesigen Spaß und haben damit viele und lange Touren gemacht. Vielleicht erinnerst sich ja noch jemand daran. Auf dem oberen Bild kann man noch den roten VW Käfer meiner Schwester erkennen. Die fehlende Ecke oben an der Toschiplatte ist das Resultat von einem Sonntagsschuss mit meinem Lederball…"


Ist das nicht herrlich? Heute kriegen die meisten Kinder es kaum gebacken, eine Schraube einzudrehen, dafür sind sie auf der Smartphonetastatur echte Weltmeister.

Es hat sich in der Gruppe dann noch jemand gemeldet, der eines der beiden Räder später besessen hat und auch bei Artur das Handwerkliche gelernt hat. Vielleicht gäbe es auch heute noch den einen oder anderen wie Artur, der den Kindern etwas zeigen würde, wenn denn Interessenten dafür da wären...

Danke Christian, weitere Geschichten nehme ich gerne wieder als Gastbeitrag!

Donnerstag, 29. Dezember 2016

vegan auf den Gipfel der Fitness

Zugegeben, ich hatte noch nie von Attila Hildmann gehört geschweige denn etwas von ihm gelesen. Nur gibt es das x-te Kochbuch für vegane Ernährung von ihm, nämlich Vegan for Fit Gipfelstürmer - Die 7-Tage-Detox-Diät . Angesichts des Coverfotos war mein erster Gedanke, ich möchte zwar fit sein aber so einen extrem durchtrainierten Body brauche ich nicht. Attila turnt uns auch im Buch weiter was vor und zeigt, wie gut vegane Ernährung dem Körper tun kann.


Was ist aber der Ansatz seines neuen Buches?
Zunächst kommen Ausführungen zum Detox-Thema, zum Ernährungsrhythmus, und Erfahrungen zu Diäten allgemein

Die Empfehlungen, kleine Zwischenmahlzeiten zu sich zu nehmen, scheint inzwischen überholt. Immer schön 4 Stunden Pause zwischen den 3! Mahlzeiten lassen, damit der Körper in den Hungermodus gelangt.


Wie er da wohl wieder weg kommt? ;-)

Na, die gehen nun wieder in meine Richtung! Gibt es bei uns täglich. Hier allerdings in der von mir bisher nicht probierten Matcha-Variante

Während ein früheres Buch auf einem Zeitraum von 60 Tagen aufbaute, geht hier der Plan nur über 7 Tage. Aber dafür sehr sportlich!
Es folgt ein Rezeptteil für diese 7 Tage Detox-Phase. Jeweils 3 Vorschläge für Frühstück, Mittag und Abendessen. Sieht alles lecker aus und ich wäre sicher, damit gut satt zu werden. Allerdings müsste ein berufstätiger Mensch wohl eine Woche Urlaub nehmen, um das komplett durchzuziehen. Denn es gilt nicht nur das Essen vor- und zuzubereiten, sondern auch täglich Ausdauersport zu treiben und jeden zweiten Tag die im Buch gezeigten Kraftübungen durchzuführen. Und in wessen betrieblichen Räumen kann man sich mittags was Richtiges zubereiten?

Mein Fazit zum Buch: guter Ansatz, leider nicht so leicht ins Alltagsleben zu integrieren. Es beschleicht mich der Verdacht, das der Autor beabsichtigt, irgendwann das Dutzend an eigenen Büchern voll zu machen und den Umsatz weiter am Laufen zu halten. Außerdem kommen mir die zahlreichen Hildmann-Fotos ein wenig selbstverliebt vor.
Es wird empfohlen, sich in einer Art Community anzumelden und seine Messergebnisse dort zu posten. Sorry, das geht mir zu sehr in Richtung einer sehr bekannten Abnehmorganisation. Außerdem mag ich den Begriff "Challenge" für die ganze Aktion nicht sonderlich.

Dennoch bleibt das Buch im Regal bei uns, weil die Rezepte sehr ansprechend sind (wer hat schon mal von Linsennudeln gehört?) und die gezeigten Übungen mir aus einen ehemaligen betrieblichen Fitnesskurs teils sehr bekannt vorkommen. Die haben damals extrem gut getan. Hab eh schon viel zu lange nicht mehr herumgeturnt, Asche auf mein Haupt! Für Veganer eine echte Kaufempfehlung, diese Rezepte habe ich sonst noch nirgendwo gesehen.


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Eierpunsch und Kerzengießen


Da wir fast täglich zumeist naturweiße Kerzen anzünden, bleibt davon im Lauf der Zeit so Einiges an Restestummeln übrig. Unser Sammelbehälter hatte bereits wegen Überfüllung geschlossen, deshalb habe ich den verregneten ersten Weihnachtstag genutzt, um aus den Resten neue Kerzen entstehen zu lassen.
Für mich war das ein Erstversuch, man glaubt es kaum. Zuvor hatte ich mir aus dem Bastelladen fertige Dochte besorgt. Teils fertig zugeschnitten und gewachst, teils als laufende Meter ungewachst. Als Gießbehälter wählte ich 4 Gläser ehemaliger Duftkerzen. Mit den Schaschlikspießen wollte ich die Dochte fixieren. Der alte verbeulte Alu-Messbecher wurde in einen Schmelzbehälter fürs Wasserbad umgewidmet.
Damit die Stumpen in den schmalen Messbecher passen und nicht so ewig bis zum Schmelzen brauchen, habe ich sie mit einem Messer leicht zerkleinert. Rußige Dochtteile habe ich herausgeschnitten soweit es ging.

Kerzenstumpen schneiden sich gar nicht so einfach und zack war das Messer abgerutscht und ein Schnitt auf der Oberseite des linken Daumens. Autschn!

Auf mittlerer Flamme dauerte es im Wasserbad gefühlt ewig bis zur ersten möglichen Gießung, danach ging  es etwas fixer weil ich nur teilweise nachgelegt und nie alles bereits Geschmolzene verwendet habe.

Und dann begannen die Lernprozesse ;-)
Die gekauften Fertigdochte waren eine Idee zu kurz.
Wäscheklammer auf Schaschlikspieß kippt seitlich weg und will mit List und Tücke halbwegs aufrecht gehalten werden.

Voilà!

Den Docht vom Knäuel hatte ich zuvor ins Wachs getaucht und ihn dann um den Spieß gewickelt. Der heißen Wachsmasse hatte ich etwas Duftöl zugesetzt, allerdings war ich wohl zu geizig, ich rieche nichts mehr davon. Mag auch an meiner Erkältung liegen.

Nach dem kompletten Durchkühlen guckte ich am nächsten Tag schön blöd. In der Mitte rund um den Docht bildet sich beim Abkühlen ein Krater und der zieht den Docht etwas mit in die Tiefe. Ich hatte den einen Docht entschieden zu früh = zu kurz abgeschnitten. Es wurde noch einmal etwas Wachs nachgeschmolzen und die Kraterchern aufgefüllt.
Beim nächsten Besuch im Bastelladen nehme ich gleich längere Dochte mit.
In den Tiefen des Schmelzbehälters sammeln sich die Dochtreste und Rußteile, deshalb bitte diesen Rest NICHT auf die neuen Kerzen kippen sondern entsorgen.

Wenn die Herdplatte schon mal heiß ist, warum nicht gleich weitermachen?
Es folgte die Herstellung von Eierpunsch.
Man nehme einen genügend großen Topf, 750ml Eierlikör, Marke egal, 500ml Orangensaft, 500ml Weißwein nicht zu trocken darf auch lieblich sein, 1 Päckchen Vanillezucker und etwas Zimt. Alles im Topf gemeinsam erhitzen, dabei gelegentlich umrühren, nicht kochen lassen.

In passende Henkelbecker oder andere Behältnisse füllen, mit Sahnehaube verzieren, Trinkhalm rein und dann prost!

Weil sich das Produkt wegen des Orangensaftes nicht allzu lange hält, haben wir den Rest in eine Bügelflasche umgefüllt und am zweiten Weihnachtstag der Familie mitgenommen.